Die Halbfinals beim CL Final Four in Berlin sind vorbei und brachten einen Favoritensieg und ein packendes polnisches Duell: Top-Favorit Zenit Kazan setzte sich gegen die BR Volleys vor mehr als 9.300 Zuschauern 3:1 (26:24, 21:25, 25:22, 25:15) durch und trifft im Finale am 29. März (15.45 Uhr) auf Asseco Resovia Rzeszow, das überraschend deutlich mit 3:0 (25:23, 25:23, 25:22) gegen PGE Skra Belchatow siegreich war. Im Finale kommt es zum Duell der Angriffspower einer Weltauswahl gegen weltmeisterlichen Teamgeist.

Kazan mit seinem überragenden Außenangreifer-Duo Wilfredo Leon (CUB, 26 Punkte) und Maxim Mikhailov (RUS, 20 Punkte) hatte gegen Gastgeber Berlin drei Sätze lang große Probleme. Das Spiel des Favoriten war zu ausrechenbar, kaum ein Ball ging schnell über die Mitte, nach und nach stellte sich die Berliner Block-Feldabwehr besser auf die Angriffe ein. Erst im vierten Satz ließen die Kräfte und damit die Konzentration nach, zudem punktete Leon unwiderstehlich mit Aufschlag (am Ende 6 Asse) und Angriff. Kazans Trainer Vladimir Alekno sagte: „Wir haben gewonnen, das zählt am Ende. Wir haben uns so schwer getan, weil wir gewinnen mussten, während Berlin ohne Druck aufspielen konnte.“
 
Im Finale geht es gegen die seit Wochen in bestechender Form spielende Mannschaft aus Rzeszow. Fünf polnische Weltmeister stehen im Team, Zuspieler Fabian Drzyzga, Mittelblocker Piotr Nowakowski und Libero Krzysztof Ignaczak standen durchgängig auf der „Platte“, und wurden von DVV-Kapitän Jochen Schöps, dem Bulgaren Nikolay Penchev, dem Serben Marko Ivovic und dem US-Amerikaner Russell Holmes perfekt unterstützt. Das Halbfinale gegen die Landsleute und Erz-Rivalen von Belchatow war von Nervosität (insgesamt 33 Aufschlagfehler) und der Brisanz geprägt. Rzeszow agierte als ein Team (fünf Spieler machten sieben bis elf Punkte), ohne den ganz spektakulären „Haudrauf“, lag in den Sätzen stets in Führung und war nie um eine Antwort verlegen. Das sah auch Schöps so: „Wir haben die wichtigen Bälle in der Abwehr geholt und in den entscheidenden Situationen Ruhe herein gebracht. Ich bin überrascht, dass es so klar war.“
 
Aber was setzt sich im Finale (29. März um 15.45 Uhr) durch? Die Angriffspower Kazans oder der Teamspirit von Rzeszow? Für Kazan wäre nach den Erfolgen 2008 und 2012 der dritte Titel in der Königsklasse,  Rzeszow gewänne gleich bei der ersten Final-Teilnahme überhaupt die Krone im wichtigsten Klub-Wettbewerb. Kazan baut auf Leon und Mikhailov, Rzeszow auf das Team und die Fans. Die in rot-weiß gekleideten Anhänger aus Rzeszow verursachten Gänsehautstimmung, man darf gespannt sein, ob die Belchatow-Fans auch den Erz-Rivalen unterstützen.
 
Für beide Teams könnte ein Erfolg in der Königsklasse zudem ein Schritt zum begehrten Tripple aus Meisterschaft, Pokal und Champions League sein. Kazan ist schon russischer Pokalsieger und führt im Halbfinale der russischen Meisterschaft mit 2:0-Siegen gegen Moskau. Rzeszow steht bereits im polnischen Finale um die Meisterschaft und zudem im Halbfinale um den nationalen Pokal.
 
Sicher ist: Die Zuschauer im deutschen „Volleyballtempel“ können sich auf zwei packende Duelle freuen (beide Spiele live bei SPORT1+ und www.laola1.tv). Denn zuvor wollen sich die BR Volleys im Spiel um Platz drei (13.00 Uhr) gegen PGE Skra Belchatow den Traum von der Medaille erfüllen.
 
Ansetzungen am Finaltag:
29. März | 13.00 Uhr | BERLIN Recycling Volleys vs. PGE Skra BELCHATOW
29. März | 15.45 Uhr | Zenit KAZAN vs. Asseco Resovia RZESZOW