Hochklassiger Volleyball vor einer neuen Rekordkulisse für die Berliner Max-Schmeling-Halle: Die BR Volleys haben am vergangenen Wochenende mit der erstmaligen Ausrichtung des Final Four der CEV Champions League in Deutschland das versprochene Volleyballfest gefeiert. Am Ende konnten die Gastgeber sogar die Bronzemedaille bejubeln.

Noch nie hatte ein Volleyballspiel in der Max-Schmeling-Halle ein solches Publikum wie am Wochenende. Insgesamt 9.300 Zuschauer rechtfertigten den Ruf der Arena als Volleyballtempel. Allein aus Polen reisten 1.800 Fans an, um die Teams von Asseco Resovia Rzeszow und PGE Skra Belchatow mit Sprechkören und Trommeln anzufeuern, weitere 170 russische Anhänger hatten sich im Fanblock von Zenit Kazan versammelt. Die große Masse stand aber hinter den BR Volleys und konnte die Mannschaft lautstark zu unerwarteten Höhenflügen antreiben.

Nach einer imposanten Eröffnungsfeier mit Artistikeinlagen und Pyroeffekten standen im ersten Halbfinale die Gastgeber dem Top-Favorit aus Russland gegenüber. Lange Zeit konnten die Berliner der russischen Übermannschaft Paroli bieten, scheiterten im ersten Satz nur knapp und konnten den zweiten für sich entscheiden. Als sich auch der dritte knapp gestaltete, hing die Sensation in der Luft. Die BR Volleys das hohe Niveau nicht mehr halten, zu groß waren die physischen Nachteile und mussten sich am Ende 1:3 geschlagen geben. Das rein polnische zweite Halbfinale konnte Jochen Schöps und sein Team von Asseco Resovia Rzeszow überraschend deutlich für sich entscheiden, so dass auf die BR Volleys im kleinen Finale kein geringerer als der polnische Meister wartete.

Das Spiel um Platz drei war von Kampf und dem absoluten Siegeswillen geprägt, keines der beiden Teams wollte die Halle als undankbarer Vierter verlassen. Nach einem fast zweieinhalbstündigen Krimi mit drei Matchbällen für Belchatow verwandelte Francesco De Marchi per Ass den siebten Matchball für die BR Volleys. Danach gab es kein Halten mehr: Die Arena tobte, Spieler, Trainer und Verantwortliche fielen sich überglücklich in die Arme. Mit der Bronzemedaille gelang dem Club der größte Erfolg in der Vereinsgeschichte und nach den dritten Plätzen im Challenge Cup 2010 und CEV Cup 1999 eine weitere internationale Medaille.

Im Finale hielt das russische Starensemble dem Favoritendruck stand und besiegten Asseco Resovia Rzeszow klar in drei Sätzen. Nach 2008 und 2012 konnte sich Zenit Kazan damit zum dritten Mal die begehrte Trophäe in der europäischen Königsklasse sichern. Herausragend war die Leistung des 21-jährigen Kubaner Wilfredo Leon Venero, der anschließend als wertvollster Spieler des Turniers ausgezeichnet wurde. Die individuelle Klasse des Champions-League-Siegers wird auch dadurch deutlich, dass neben dem Außenangreifer mit Diagonalspieler Maxim Mikhailov und Libero Teodor Salparov zwei weitere Akteure aus dem Kader in das Dream Team gewählt wurden. Berlins Rob Bontje wurde als zweitbester Mittelblocker ausgezeichnet, Kapitän Scott Touzinsky erhielt den Fair Play Award aus den Händen von Manager Kaweh Niroomand. Asseco Resovia Rzeszow wurde von Piotr Nowakowski (bester Mittelblocker) und Fabian Drzyzga (bester Zuspieler) im Dream Team vertreten, PGE Skra Belchatow durch den zweitbesten Außenangreifer Facundo Conte.