Die BR Volleys haben ihr erstes Auswärtsspiel in der CEV Champions League beim montenegrinischen Meister Budvanska Rivijera Budva knapp mit 2:3 (22:25, 30:32, 25:16, 25:22, 12:15) verloren und bringen somit nur einen Punkt mit zurück nach Deutschland. Viel Zeit, die Niederlage zu verarbeiten, bleibt den Berlinern nicht, denn schon am Samstag (22. Nov um 18.30 Uhr) ist die Mannschaft in der heimischen Max-Schmeling-Halle gegen die Netzhoppers KW-Bestensee erneut gefordert.

In Montenegro schickte BR Volleys Trainer Mark Lebedew seine erwartete Stammformation mit den Außenangreifern Scott Touzinsky und Robert Kromm, den Mittelblockern Tomas Kmet und Rob Bontje, Diagonalangreifer Paul Carroll und Zuspieler Kawika Shoji auf das Spielfeld. Auf der Liberoposition ersetzte der Hawaiianer Erik Shoji den Tschechen Martin Krystof.

Im ersten Durchgang konnte sich lange Zeit keiner der beiden Kontrahenten entscheidend absetzen. Während der Hauptstadtclub mit einer knappen Führung in die erste technische Auszeit (7:8) ging, brachte sich der Gastgeber zur zweiten technischen Unterbrechung in Front (16:15). Ab diesem Zeitpunkt legten die Montenegriner jedoch mehr Risiko in ihre Aufschläge und stellten die BR Volleys Annahme damit vor große Probleme. Außerdem verwandelte Budva – im Gegensatz zu den Berlinern – auch schwierige Situationen im Spielaufbau immer wieder in Punkte, so dass der Auftaktsatz letztlich verdient mit 25:22 an die Heimmannschaft ging.

Sichtlich geschockt vom Satzverlust begannen Scott Touzinsky und Co. den zweiten Spielabschnitt. Vor allem in der Annahme leistete sich der Deutsche Meister mehr Ungenauigkeiten als die Gastgeber, die schnell mit 5:1 in Führung gingen. Diesem Rückstand liefen die Berliner – zwischenzeitlich gestört von herumfliegenden Papierrollen – bis zum scheinbar sicheren zweiten Satzgewinn für Budva hinterher (20:24). Doch spätestens jetzt erwachte bei den BR Volleys der Kampfgeist. Eine Aufschlagserie von Kmet wehrte vier gegnerische Satzbälle ab, bis man bei 26:25 erstmals selbst die Chance auf den Satzgewinn hatte. Doch auch die Montenegriner kämpften um jeden Ball und hatten am Ende das nötige Quäntchen Glück auf ihrer Seite: Nach fünf Berliner Satzbällen in Folge setzte sich Budva noch mit 32:30 durch und sicherte sich dank der 2:0-Führung schon mal den ersten Punkt in der aktuellen Champions League Saison.

Wer nun dachte, das BR Volleys Team würde den vergebenen Chancen nachtrauern, sah sich getäuscht. Endlich erwacht, bliesen Felix Fischer – inzwischen für Rob Bontje eingewechselt –  und seine Mitspieler zur Aufholjagd und zeigten dabei endlich ihr wahres Leistungsvermögen. Budva hatte nun sichtlich Mühe, den knallharten Aufschlägen und präzisen Angriffen des Deutschen Meisters standzuhalten, sodass sich die Berliner über die Stationen 10:6 und 20:12 ein beruhigendes Punktepolster erspielten. Nach einer Aufschlagserie von Shoji gewann man den Durchgang klar mit 25:16 und war zurück im Match. Punkt für Punkt entwickelte sich nun ein Duell auf Augenhöhe, da der Gastgeber offensichtlich gewillt war, seinen Fans unbedingt einen Heimsieg zu bescheren. Dennoch erwiesen sich die BR Volleys auch im vierten Satz in den entscheidenden Ballwechseln als stärker und glichen die Partie mit einem 25:22 aus.

Der Tie-Break musste also die Entscheidung bringen und im „Mediteranski Sportski Centar“ von Budva war die Anspannung bei allen Protagonisten deutlich spürbar. Die Kontrahenten schenkten sich nichts und konnten zunächst aus der jeweiligen Annahme sicher punkten. Erst beim Stand von 4:6 aus Berliner Sicht konnte sich der Gastgeber eine erste kleine Führung erspielen, sodass sich Lebedew zu einer Auszeit gezwungen sah. Zwar konnte Budvanska seine Führung anschließend auf 5:8 ausbauen, doch nach einem krachenden Block von Tomas Kmet zum 11:11 war alles wieder offen. In der Schlussphase hatten die Montenegriner jedoch den längeren Atem und erkämpften sich unter dem Jubel des Publikums das 15:12 und damit den 3:2 Heimsieg.

BR Volleys Coach Mark Lebedew analysierte die Niederlage wie folgt: „Es war das erwartet schwierige Auswärtsspiel gegen einen Gastgeber, der in den ersten beiden Sätze ein nahezu perfektes Volleyball bot, wogegen wir erst spät ein Mittel fanden. Wir haben Kampfgeist bewiesen, konnten aber den Tie-Break leider nicht für uns entscheiden.“ Die zwischenzeitliche Aufholjagd beweise aber, „die mentale Stärke der Mannschaft und die Qualität, ein Spiel wenden zu können“. Am Ende musste aber auch der Australier zugeben, „dass Budva im fünften Satz das entscheidende Quäntchen besser war.“

Viel Zeit zur Verarbeitung der schmerzhaften Niederlage bleibt dem Trainer und seinem Team nicht. Schon am Samstag (22. Nov um 18.30 Uhr) kommt es in der Max-Schmeling-Halle zum Berlin-Brandenburg-Derby zwischen den BR Volleys und den Netzhoppers KW-Bestensee. Eintrittskarten für dieses emotionsgeladene Duell gibt es im BR Volleys Ticketshop.